Die Galerie

19.7. - 2.9.2010

Günter Zint – Zintstoff. Fotografie

Zint wurde 1941 im hessischen Fulda geboren, wo er auch aufwuchs. Sein Vater wollte, dass der Sohn, eines von 7 Kindern, Pfarrer werde. Zint riss aus nach Frankfurt/Main, wo er 1959 ein Volontariat bei dpa begann und zum Bildjournalisten und Redakteur ausgebildet wurde.
Anschließend arbeitete Zint für "Quick" und "Twen", lebte von 1963 – 66 in England und Schweden und arbeitete ab 1966, nun in Hamburg, für den "Spiegel", für den er mehrere Titelgeschichten fotografierte. Als sich nach einer Demonstration in Berlin der Verfassungsschutz für den an Konflikten beteiligten Zint interessierte, stellte der "Spiegel" die Zusammenarbeit ein – und druckte pikanterweise danach ein Titelbild, auf dem ein Demonstrant von Polizisten zusammengetreten wird, nicht wissend, dass der abgebildete Demonstrant Zint war.

Zint arbeitete nun als freier Pressefotograf, begleitete die Beatles bei ihrer Deutschland-Tournee 1966, dokumentierte die Auftritte von Rolling Stones, Frank Zappa, Eric Burdon, The Who und und und im Star Club und realisierte 1968 die damals weit verbreitete Phantasie einer "linken Bildzeitung" – mit der Gründung der St. Pauli Nachrichten. Als Stadtteilzeitung geplant, wurde von Journalisten wie dem späteren "Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust, dem heutigen Zyniker Hendrik M. Broder und Günter Wallraff getragen und wurde erst nach Zints Ausstieg zu dem Blatt mit dem schmuddeligen Image.

Zint ist einer der wichtigsten Fotochronisten der alten Bundesrepublik wie des vereinten Deutschland.