Die Galerie

2. Oktober bis 6. November 2015

Zimmertheater "Die nackte Wahrheit"

Pin-Up-Kalender 2016 – Der zehnte! Halina Kirschner, Gerlinde Meyer, Nadine Prange und Katja Spitzer

Alles begann auf der Leipziger Buchmesse 2007: Am Stand der dortigen Hochschule für Grafik und Buchkunst fand ich einen kleinen original-serigrafischen Kalender, der von vier Studentinnen herausgegeben worden war und sich unter dem Titel „Pin-Up-Kalender“ dem weiten Feld der Erotik widmete – dies aber augenzwinkernd, ohne dadurch das leichte Prickeln einzubüßen oder zur Karikatur zu werden. Dieser Kalender für das Jahr 2008 wurde dann Teil des Büchergilde artclubs.
Für 2016 kommt nun der insgesamt 10. Pin-Up-Kalender der inzwischen freischaffenden Künstlerinnen Halina Kirschner, Gerlinde Meyer, Nadine Prange und Katja Spitzer heraus, und diesmal widmet er sich der Intimität sagenumwobener Held/inn/en von Jung Siegfried bis zur bogenspannenden Robina Wood (den Robin hat’s nie gegeben!), und das Beste ist die Vorzugsausgabe: Schon für die Kalender-Vorzugsausgabe 'Freizügig nach Grimms Märchen' hatten die vier eine gemeinsame Grafik geschaffen, in der die Figuren in den unterschiedlichen künstlerischen Handschriften bestens miteinander klarkamen, nun gibt es ein Zimmertheater für die Wand von den vieren, eine dreidimensionale Holz/Papierarbeit, die den nibelungischen Siegfried auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft zeigt, auch wenn der Drache noch sehr lebendig wirkt…

Radierung aus "Hohelied"

Im Kabinett

Elfriede Weidenhaus' Zikadenpresse

Elfriede Weidenhaus, 1931 in Berlin geboren, gehört zu den wenigen Frauen ihrer Generation in der deutschen Druckgrafik und Buchkunst. Ähnlich wie Bele Bachem hat sie sich zudem der Erotik verschrieben, erstaunlicherweise (?) kein Karriereturbo für weibliche Künstler. Da sie sich ein ganzes Künstlerleben von ihrem idyllischen Wohnort auf der Schwäbischen Alb aus an feste Sammler/innen selbst vermarktet hat, ist man ihren Arbeiten auch selten auf Buch- oder Kunstmessen begegnet, und so ist sie – außer in der Szene der Ex-Libri-Sammler – so etwas wie ein Geheimtipp.
Die Zikadenpresse, in der sie vor allem Texte aus der klassischen griechischen Literatur verlegt, die von ihr üppig illustriert werden, neben zahlreichen Zeichnungen immer auch mit von Hand gedruckten Originalradierungen, betreibt sie seit 1959. Die Bindung ist meist aufwändig in Leder, Leinen, Halbleder, die Grafiken sind einzeln signiert, die Bücher zusätzlich noch einmal im Impressum. So wünscht man sich den Pressendruck.