Buchtipps

Mariana Leky Was man von hier aus sehen kann

Empfohlen von Lisa Stöhr

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Unser Lieblingsbuch des Jahres!

Zusammen mit vielen Kollegen haben wir „Was man von hier aus sehen kann“ zum „Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhandlungen“ 2017 gewählt. Das liegt vor allem an dem genialen Spagat zwischen Humor und Tragik, zwischen Beiläufigkeit und Schicksalhaftigkeit, den Leky in ihrem Buch meistert!


Mariana Leky lässt Luise, ein junges Mädchen, später eine junge Frau, aus einem kleinen Dorf im Westerwald erzählen. Immer, wenn ihre Großmutter von einem Okapi (diesem unwahrscheinlichen Wesen) träumt, stirbt irgendwer. Das gilt als Wahrheit, als das Buch beginnt. Und somit beginnt jeder im Ort mit seinen Vorbereitungen auf den Tod, als sich ein Okapi-Traum herumspricht.

Liebevoll-lustig beschreibt Leky die Dorfbewohner mit all ihren Macken und den teils merkwürdigen Dingen, die sie im Angesicht des Todes tun. Jede und jeder von ihnen wird der Leserin wertvoll und einzigartig. Und wenn dann tatsächlich einer von ihnen stirbt, ist es ähnlich disruptiv, wie der Tod im realen Leben.

Und wie das Leben geht auch das Buch weiter. Luise wird erwachsen, die Dorfbewohner finden in einen anderen Alltag zurück, und alle müssen sich mit den Unwegsamkeiten der Liebe auseinandersetzen. Einer Liebe, die nicht platt romantisch, sondern „einfach“ ein wichtiger Bestandteil unseres (Zusammen-)Lebens ist und nicht nur die umfasst, mit denen wir Sex haben wollen oder mit denen wir verwandt sind.

Dabei bedient sich Leky einer lakonischen Sprache, die niemals auf Gemeinplätze zurückgreift und niemals künstlich auf die Tränendrüse drückt. So großartig!


Und warum ist „Was man von hier aus sehen kann“ nun unser Lieblingsbuch? Weil es hängen bleibt! Wenn man viel liest, verschwimmen die Bücher mit der Zeit, aber dieses Buch bleibt hängen. 


Mariana Leky / Was man von hier aus sehen kann

Büchergilde Euro 18,00

(für Nicht-Mitglieder beim Dumont Verlag Euro 20,00)

18.00 €