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Ari Folman und David Polonsky Das Tagebuch der Anne Frank

Empfohlen von Jennifer Lorz

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Das weltberühmte Tagebuch der jungen Anne Frank, das vor 70 Jahren zum ersten Mal veröffentlicht wurde, hat der Fischer Verlag jetzt in einer ganz besonderen Form neu aufgelegt: als Graphic Novel oder genauer als Graphic Diary.

Passagen aus dem ursprünglichen Tagebuch werden mit Dialogen unter den Bewohnern des Hinterhauses gepaart und machen das Tagebuch grafisch lebendig. Die beeindruckenden Kompositionen von Ari Folman und David Polonsky sind so fantastisch zusammengestellt, dass man sich ganz nahe bei Anne Frank fühlt. Man erlebt quasi hautnah, wie sie sich über ihre perfekte Schwester ärgert oder sich ganz langsam in Peter verliebt.

Vor allem ihre Angst wird in den Zeichnungen oft sehr deutlich, wenn sie zum Beispiel träumt und man sieht sie im Bett liegen: umgeben von einer Brücke, auf der der Deportationszug fährt und überall noch Soldaten sind, die sie und die Brücke umzingeln.


Einige Tagebucheinträge sind komplett abgedruckt, die dann wieder durch Zeichnungen durchbrochen werden. Auch Anne Franks letzter Eintrag ist hier wortgetreu nachzulesen.

Im Anschluss gibt es eine kurze Zusammenfassung, wie es den Bewohnern des Hinterhauses nach dem letzten Eintrag erging, welches Schicksal sie und ihre Helfer erleiden mussten.

Spannend fand ich auch das Nachwort von Ari Folman in dem man einen kurzen Einblick in die Arbeit an diesem Graphic Diary bekommt.


Anne Franks Tagebuch hat mich schon vor einigen Jahren sehr berührt. Jetzt dieses Graphic Diary zu lesen, ist genauso ergreifend. Die ein oder andere Träne konnte ich mir dabei nicht verkneifen.

„Das Tagebuch der Anne Frank“ von Ari Folman und David Polonsky ist etwas ganz besonderes. Diese stimmungsvollen Zeichnungen passen so gut zu Anne Franks Aufzeichnungen.

Ich kann sie wirklich allen empfehlen, die sich für Anne Frank, ihre Geschichte und für Graphic Novels interessieren!


Und mit Anne Frank hat die Welt möglicherweise eine großartige Schriftstellerin verloren. Das war ja ihr Lebensziel, das durch ihre Ermordung so grausam verhindert wurde. Wie die Leben und Ziele so vieler unserer Mitbürger und Mitmenschen. Da kann man nur vorwärts stolpern – und nicht vergessen!

Ari Folman und David Polonsky / Das Tagebuch der Anne Frank

Graphic Diary
übersetzt von Mirjam Pressler, Klaus Timmermann und Ulrike Wasel
S.Fischer Verlag, 2017

20.00 €