Der Blog

15 kurze und wichtige Vorschläge

darüber, wie unsere Töchter zu selbstbestimmten Frauen werden
23. März 2017

Zum Weltfrauentag am 8.März hat mir Hans-Jürgen Balmes vom Fischer Verlag dieses großartige und wichtige kurze Buch geschenkt (ein Mann einem Mann!).

Chimamanda Ngozi Adichie, die Autorin des Romans „Americanah“ (Sie erinnern sich bestimmt!), schreibt in einem langen Brief an eine Freundin in 15 Vorschlägen darüber, wie man ein kleines Mädchen feministisch erziehen kann. Was hier nichts anderes meint als zu einer selbstbestimmten Frau.

Ihre Thesen sind kurz, knackig und universell von Bedeutung:
angefangen davon, dass die Mutter sich durch die Geburt nicht (auch selbst) auf die Mutterrolle reduzieren sollte („Sei eine vollständige Person“),
dass beide Eltern gemeinsam die Versorgung und Erziehung der Kinder übernehmen sollen („Tut es gemeinsam“),
über Warnungen vor überhaupt „Geschlechterrollen“ oder vor „Feminismus light“,
Hinweisen dazu, Sprache zu hinterfragen, die Bedeutung des Aussehens nicht zu übertreiben – insgesamt einfach das „Rüstzeug, um in einer Welt der Vielfalt zu überleben“. Als Frau – und ich denke, auch einfach als Mensch!

Manche dieser Vorschläge liegen so auf der Hand und auf dem gesunden Menschenverstand, möchte man meinen, sind aber trotzdem notwendig. Andere ihrer Vorschläge sind außerordentlich originell, im ersten Moment und dann doch völlig klar.

„Liebe Ijeawele“ ist ein prima Buch für junge (und alte) Eltern, und für alle, die mit Kindern zu tun haben, speziell mit Mädchen, aber im Umkehrschluss gilt das alles ja auch für Jungs, oder die sich über Menschen, Gesellschaft und den kleinen (und manchmal auch großen) Unterschied Gedanken machen!

(Oliver Fründt)


Chimamanda Ngozi Adichie:
Liebe Ijeawele…
Wie unsere Töchter selbstbestimmt Frauen werden
Aus dem Englischen von Anette Grube
(Fischer Taschenbuch, Euro 8,00)

Hier können Sie dieses tolle und wichtige Buch bestellen!

Am 18. März ist Indiebookday!

8. März 2017

Und zur Einstimmung darauf haben wir ein Indiebuch-Paket geschnürt, das wir unter allen verlosen, die ein "Entlaufenes Buch" gefunden haben:

Unsere Bücher werden vor dem großen Tag immer so unruhig, sie wollen raus, die Sonne sehen, wollen, dass über sie gesprochen wird. Wir versuchen sie im Laden zu halten, aber so ganz will es uns nicht gelingen.

Wir empfehlen, in den nächsten Tagen immer mal wieder mit offenen Augen durch die Frankfurter Innenstadt zu laufen – wer eines unserer Bücher findet, macht einfach ein Foto davon, postet es bis zum 18. März auf unserer Facebookseite oder auf Twitter mit dem Hashtag #IndiebuchFfm und wandert damit automatisch in den Los-Hut. (Das gefundene Buch darf man natürlich auch behalten!)

Am Samstag, den 18. März ziehen wir den Gewinner von drei handverlesenen Büchern aus unabhängigen Verlagen wortwörtlich aus dem Hut. Zu gewinnen gibt es Beuse: „Das Buch der Wunder“ aus dem mairisch Verlag , Zarnegin „Chaya“ vom Weissbooks Verlag und ein signiertes Exemplar Maroufi „Fereydun hatte drei Söhne“ von der Büchergilde.

„Das Buch der Wunder“ macht seinem Namen alle Ehre. Es hat nicht nur einen wunderbaren Einband mit leuchtend blauem Dschungel darauf (es ist so, so schön!). In dem Roman spielt Beuse geschickt mit Realität, Wahrnehmung und auch Zeitgeist. Spannend erzählt er die Geschichte von Penny und Tom, die sehr unterschiedliche Geschwister sind, die aber doch eine besondere Verbindung haben, die auch über vielleicht reale Dämonen, Seen und Dschungel ihre Wirkung zeigt.

„Chaya“ kommt als 13-jährige aus dem Iran in die Schweiz, fest entschlossen, so gut Deutsch zu lernen, dass sie in dieser fremden Sprache wird dichten können. Und das gelingt ihr. Sie schlägt sich durch, jobbt und gründet schließlich eine „Gedicht-Agentur“, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. – Ein wunderbar lebendiges Buch mit lauter sympathischen und etwas wunderlichen Figuren und einer außerordentlich bemerkenswerten Chaya als Hauptfigur!

„Fereydun hatte drei Söhne“, die in den Wirren der Islamischen Revolution 1979 auf mehr als nur eine Weise getrennt werden. Als einer der Söhne in Deutschland in einer Nervenheilanstalt landet, muss er sich den Erinnerungen an seine Brüder stellen. Jeder von ihnen hatte sich einer anderen politischen Ideologie verschrieben, und nur der eine hätte sie ganz vielleicht ein wenig einen können – aber das wäre der vierte Sohn gewesen, der die Revolution nicht überlebt hat.
Wir haben Maroufis letzten Besuch in Frankfurt genutzt, um das Buch von ihm signieren zu lassen.

Für die „reguläre“ Teilnahme am Indiebookday bauen wir auch dieses Jahr wieder unsere Indiewand auf: mit ausgewählten, großartigen Büchern aus unabhängigen Verlagen, die gekauft und getwittert und gefacebooked werden wollen! (mehr Infos auf www.indiebookday.de)

Teilnahmebedingungen: Mit der Teilnahme erklärst du dich einverstanden, dass im Falle des Gewinns dein Name oder Alias auf Facebook/Twitter veröffentlicht wird. Teilnahme ab 18 Jahren. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

www.indiebookday.de

ACHTUNG: Lesen gefährdet…

… Ihre Kochtöpfe!
5. März 2017

Tja, der Topf ist wohl hin. Rabendunkelschwarz der Boden und die Kartoffeln kaum noch als solche zu erkennen. Geruchs- (nein, sagen wir es wie es ist) Gestankwolken haben sich in den Räumen festgekrallt. Warum hat der Rauchmelder sich nicht gemeldet und die Eieruhr keinen wörtlichen Piep von sich gegeben? Ach so, die Eieruhr ist entschuldigt, war gar nicht eingestellt. Dabei hatte ich sie vorahnungsreich aus der Küche mit ins Wohnzimmer genommen, aber dann fiel mein Blick schon auf das Buch und dadurch sogleich vergessen, die Uhr zum Laufen zu bringen. Allerdings hätten Sie MICH später mal laufen sehen können, nämlich mit dem rußgeschwärzten Kartoffeltopf durch die Wohnung Richtung Fenster, um ihn auf dem dazugehörigen Sims abzustellen, bevor die Topflappen durchglühen. Wie konnte das geschehen?

Na klar, das Buch ist schuld! Warum ist es auch so spannend, dass ich alles andere vergesse?! Verlage sollten Versicherungen anbieten, damit Schäden, die durch Bücherlesen entstanden sind, abgedeckt werden können.

Sehr geehrte Damen und Herren Verleger, leider muss ich Ihre Leseversicherung in Anspruch nehmen, weil das von Ihnen verlegte Buch einfach so gut ist, dass ich alles drumherum vergessen habe. Bitte überweisen Sie den Wiederbeschaffungswert für Kartoffeln (anteilig) und einen guten Topf von 43,26 € auf mein Konto.

Ein Foto des Unglücktopfes habe ich beigelegt.

Mit freundlichem Gruß!

Nur falls es Sie interessiert:
Hier wäre das Versichungsfall-Kuvert an den S. Fischer Verlag zu adressieren und würde sich auf das BRANDneue Buch von Zsuzsa Bánk „Schlafen werden wir später“ (Euro 24,00) beziehen.

So toll!!!!! Es spielt in Frankfurt (viel in Höchst, aber auch im Nordend), dem Schwarzwald, am Bodensee, in Italien, in Paris, in Ungarn und an ganz vielen anderen Orten auf der Welt und beschreibt einfach das Leben, wie es ist oder sein könnte.

Zwei sehr wunderbare Frauen, mit und ohne Mann, mit und ohne Kinder, mit Glück und/oder Unglück schreiben sich Mails, manchmal Karten. Da ist eine Freundschaft zwischen den beiden, wie man sie auch gerne hätte oder zum Glück hat!

Ursula Seitz

Zsuzsa Bánk: Schlafen werden wir später
Fischer Verlag, Euro 24,00


Hier können Sie das grandiose neue Buch von Zsuzsa Bánk bestellen!